Geschichte des Balkanraums als Migrationsgeschichte: Theoretische Überlegungen und Herausforderungen
DOI:
https://doi.org/10.5644/Godisnjak.CBI.ANUBiH-42.31Abstract
Migrationen sind ein zentraler Teil der Geschichte Europas seit Jahrhunderten. Mobilität ist kein Kennzeichen der Moderne – wie viele Menschen meinen –, sondern ein uraltes Phänomen. Es ist möglich (auch wenn sich das beim gegenwärtigen
Forschungsstand nicht belegen lässt), dass die Mobilität in der Vormoderne sogar stärker ausgeprägt war als heute, sofern man nicht von absoluten Zahlen, sondern vom Anteil der Migranten an der jeweiligen Bevölkerungszahl ausgeht.
Die dramatische Zunahme der absoluten Zahl von (freiwilligen und unfreiwilligen) Migranten im 20. Jahrhundert hat die Tatsache in den Hintergrund treten lassen, dass Wanderungen und Bevölkerungsverschiebungen bereits in der Antike, im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit – gemessen an den damaligen Bevölkerungszahlen – mitunter gewaltige Ausmaße annahmen.





